STUDIO „HIER UND JETZT“
ENDLICH
Lena Guimont, Ulrike Lachmann, Anja Teske, Johanna Wunderlich
VERNISSAGE Freitag, 21. Oktober 2016 • 18 :00
DATEN 22.10. – 10.11.2016
ÖFFNUNGSZEITEN Mi, Do, Fr 14 – 18:00
ADRESSE Langhansstraße 116 • 13086 Berlin
BUS & BAHN Tram 12 & 13 Friesickestraße
Man muss sich beeilen, wenn man etwas sehen will, alles verschwindet…
Dieses beinahe überstrapazierte Zitat Cézannes entstand sicher unter dem Eindruck der rasanten Veränderungen, welche die Epoche der Industrialisierung mit sich brachte und im gegenwärtigen Informationszeitalter ihre Analogie findet. Informationen – gerade auch in Bildform – erreichen den Rezipienten in einer unübersichtlichen Fülle und sekündlichen Taktung, die allein den Augenblick fokussieren lässt. Alles jenseits dessen ist überholt, uninteressant, obsolet, vergangen. Nur fehlt die Achtsamkeit für selbst diesen Augenblick, was hieße, uns des Memento mori bewusst zu werden.
Die Ausstellung „Endlich“ zeigt keine Fotografien, die das Verschwindende eilig dokumentieren, sondern Bilder über das Verschwinden. Der Betrachter soll die Zeit vergehen sehen. Da ist zum einen die 97-Jährige, welche sich mit Gelassenheit und Beiläufigkeit portraitieren lässt und somit jedes selbstoptimierte Selfie als grotesk entlarvt, zum anderen landschaftlich anmutende Darstellungen gelebter Hände, die durch Ihre Loslösung und Fragilität verstören. Matratzen im öffentlichen Raum beunruhigen wiederum durch deren Deplatziertheit. Sonst kleinstmögliche Insel der Intimität, assoziiert der ausgesetzte Betrachter nun unangenehme Nähe und angenehme Abwesenheit. Ganz anders die Bilder einer Vase, welche durch die Verbindung von Vergehen und Schönheit auf klassische Vanitas-Stillleben verweisen.
Allen Arbeiten ist trotz ihrer stilistischer Vielfalt eigen, dass sie für eine Akzeptanz der Vergänglichkeit und deren eingehende Betrachtung werben.



